TV Geislar 1925 e.V.

Die ersten 75 Jahre Vereinsgeschichte

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75 Jahre sind seit der Gründung des Turn- Vereins Geislar vergangen. Ist es ein Grund zum Jubeln oder soll es auch eine Stunde der Besinnung und des Nachdenkens sein?

 

 

Die ersten 50 Jahre

Besonders die Älteren sollten doch einmal diese fünf Jahrzehnte an ihren Augen vorbeiziehen lassen. Es ist ja nicht nur die Geschichte des Vereins, sondern auch ein Stück Dorfgeschichte. Denn das Dorf war, ist und bleibt doch immer mit dem Turnverein verbunden. Nur wo war es möglich, dass unser Ort mit der Zeit den so stolzen Titel "Das Handballdorf Geislar" in der näheren und weiteren Umgebung erhielt. Möge diese Geschichte unserer Jugend zum Vorbild und Ansporn dienen. Die Kriegswunden des 1.Weltkrieges und die Inflation waren auch hier einigermaßen überstanden und schon setzten sich einige beherzte und sportlich begeisterte Männer am 2. Weihnachtstag 1924 in der ehemaligen Gaststätte Muders zusammen, um für die Jugend des Dorfes, aber auch für die älteren Bewohner, einen Turnverein ins Leben zu rufen. Es waren folgende Männer, denen der Wunsch schon bald in Erfüllung gehen sollte:

  1. Heinrich Alfter
  2. Heinrich Bärhausen
  3. Bertram Bäumchen
  4. Theo Brenner
  5. Mathias Brenner
  6. Toni Brenner
  7. Peter Bäumchen
  8. Peter Broich
  9. Peter Bungarts
  10. Gerhard Bücher
  11. Adolf Froitzheim
  12. Willi Hergarten
  13. Peter Holtorf
  14. Georg Hölzer
  15. Johann Lennarz
  16. Phillip Mackewitz
  17. Fritz Mehling
  18. Mathias Miebach
  19. Peter Miebach
  20. Josef Minz
  21. Josef Möseler
  22. Wilhelm Muders
  23. Peter Schild
  24. Fritz Steinfeld
  25. Peter Vollmar


Schon im Sommer 1925 wurde eine Gründerversammlung einberufen und weitere Mitglieder hierbei geworben. Am Schluss gaben die ersten 49 Mitglieder dem Verein den Namen "TV Geislar 1925".

Bei der Wahl des ersten Vorstandes wurde das Vertrauen folgenden Männern ausgesprochen:

1. Vorsitzender Wilhelm Hergarten
    Schriftführer Franz Meting
    KassiererPeter Broich
1. Beisitzer Theo Brenner
2. Beisitzer Bertram Bäumchen
   Turnwart Wilhelm Hergarten

In den ersten Jahren des Bestehens trat der Verein nur turnerisch an die Öffentlichkeit. Hierzu verhalf an erster Stelle der Vereinswirt Muders, der dem Sport und der Jugend sehr aufge-schlossen gegenüber stand und seinen Saal zu Übungszwecken den Turnern zur Verfügung stellte.

Doch was ist ein Verein ohne Vereinsfahne? Der Wunsch war groß, aber wer sollte diese bezahlen. Es dauerte noch bis zum April 1928,ehe die erste lang ersehnte Vereinsfahne unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und den befreundeten Vereinen eingeweiht werden konnte.

Da inzwischen auch die Jugend in immer größerer Zahl dem Verein beitrat, war es nur noch eine Frage der Zeit, dass auch hier - mit dem Vormarsch des Handballsports in unserem Gebiet - eine Handballmannschaft aufgestellt wurde. Dies geschah im Jahre 1929. Aber wo sollte man spielen? In Geislar war keine Gelegen-heit vorhanden und nur durch das Entgegenkommen der DJK die einen Sportplatz zwischen Geislar und Meindorf besaß, konnten dort die ersten Spiele ausgetragen werden.

Die, für den Handballsport wohl wichtigste Frage, nach einem Sportplatz, ließ den Verantwortlichen des Vereins keine Ruhe. Doch auch hier wusste der Vereinswirt Muders wieder Rat und Hilfe. Mit noch zwei Geislarer Bürgern stellten sie hinter dem Vereinslokal ihr Ackerland zur Verfügung. Hier begannen nun die Spieler und Mitglieder in ihrer Freizeit, ohne finanzielle Mittel und ohne fremde Hilfe, dieses Ackerland zu einem Sportplatz herzurichten.

Am 12. Juli 1931 wurde der Sportplatz eingeweiht

 

Durch Trainingsfleiß, Kameradschaft, Einsatz- und Siegeswillen, konnte der Erfolg nicht ausbleiben. In den Jahren 1934 und 1936 konnte die Mannschaft bereits die Kreismeisterschaft erringen. Schon nach kurzer Zeit konnte eine 1. Mannschaft und eine Jugendmannschaft aufgestellt werden, die bis zu Beginn des 2.Weltkrieges ebenfalls sehr gute Leistungen auf dem grünen Rasen zeigten. Bis 1942 wurde der Spielbetrieb notdürftig aufrechterhalten. Was in 15jähriger mühseliger Arbeit aufgebaut wurde, war vorerst zu Ende. Nach Beendigung des Krieges hatte der Verein 10 gefallene-, 4 vermisste- und 4 verstorbenen Mitglieder zu beklagen.

Trotz der schweren Schicksalsschläge, die der deutsche Sport und auch der Turnverein infolge des Krieges hinnehmen musste, begannen schon im Oktober 1945 die ersten heimkehrenden Kameraden unter den schwierigen Verhältnissen mit dem Wieder-aufbau des Vereins. Wie bei der Gründung stand der Verein wieder ohne Sportplatz da. Auch hier wurde ein Ausweg gefunden. Zu dieser Zeit hatten die englischen Besatzungssoldaten an der Burg Lede am Ortseingang auf einer Weide einen Sportplatz herge-richtet und spielten dort Fußball. Nach Verhandlungen mit dem Kommandeur der Einheit erhielt man von diesem die Erlaubnis, den Platz für die Spiele zu benutzen. Als die Engländer abzogen, wurde der Platz vom Eigentümer wieder als Weide benutzt. Man stand wieder einmal am Anfang.

 

Erneut war es der alte, verdienstvolle Vereinswirt Muders, der seinen Acker hinter dem Vereinslokal zur Verfügung stellte. Das Gelände wurde wieder als Sportplatz hergerichtet. Sportplatz war in diesem Falle wohl etwas zu viel gesagt, denn als "Mudesacker" wurde er im ganzen Kreisgebiet nicht gerade angenehm bekannt. Aber es blieb ja auch nur eine Notlösung.

Zwischen Geislar und Vilich-Müldorf lag an der Bahn eine ehe-malige Kiesgrube der Bundesbahn. Nach Verhandlungen mit der Bahn wurde dieses "Loch" in Pacht genommen. Aber auch hier musste zuerst wieder alles behelfsmäßig instandgesetzt werden, um den Spielbetrieb aufnehmen zu können.

Einen Vorteil hatte der Platz aber doch. Die Zuschauer konnten rundherum von den "Rängen" die Spielen von oben betrachten. Auch hier hatte der Volksmund in Handballkreisen wieder schnell einen Namen für den Platz zur Hand. Im "Geislarer Loch" wurde mancher Mannschaft das Leben schwer gemacht und viele Siege errungen.

Als Chronist und ehemaliger aktiver Spieler der 1. Mannschaft möchte ich behaupten, dass die Spieljahre im "Geislarer Loch" mit zu den schönsten und spannendsten gehörten, wenn auch die ganz großen Erfolge auf dem neuen Sportplatz erzielt wurden. Wer sich heute noch von den Alten' an diese Zeit erinnert, mit welcher Freude und Idealismus die Spieler, aber auch die Zuschauer, bei der Sache waren, ganz gleich, ob man mit dem Fahrrad nach Troisdorf, Siegburg oder Godesberg fahren musste, dem wird heute noch das Herz vor Freude aufgehen.

Dem Großkampftag gegen den Turnerkreis Nippes (Oberliga) zum Beispiel – man lese und staune - folgten 600 Zuschauer von den Rängen mit Begeisterung.

 

Dann kam der erste denkwürdige Tag für den Verein. Unter großer Beteiligung des Dorfes, wie auch der Handball- und Turnerfreunde aus nah und fern, feierte der Verein 1950 das 25jährige Jubiläum.

8 Tage lang stand Geislar Kopf. Eine Veranstaltung löste die andere täglich ab. Der Verein hatte keine Mühe und Arbeit gescheut, um dieses Fest im Zeichen echten Turnergeistes würdig zu begehen.

Ein großes Handballturnier mit Ausscheidungskämpfen fand die ganze Woche über statt. Samstags war der große Festball im dicht besetzten Saale Muders.

Anschließend begann ein großer Turngeräte-Wettkampf, der die Zuschauer immer wieder zu Begeisterungsstürmen hinriss. Natürlich wurde dann noch bis in die frühen Morgenstunden das Tanzbein geschwungen.

Am morgen fand ein Gottesdienst zu Ehren der Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen des Vereins statt. Im Vereinslokal wurde anschließend eine Ehrentafel mit den Namen der Toten und Vermissten enthüllt.

Die Feier wurde verschönt durch den Männergesangverein Geislar, das Tambourkorps Rheinperle, die Kapelle Bücher sowie die Schüler- und Männer Turnerriege des Vereins, die hierbei zum ersten Male nach dem Kriege wieder an die Öffentlichkeit traten.

Im Anschluss an den großen Festzug nachmittags zum Sport-platz, dort fanden die Endspiele statt, begann abends im über-füllten Saale Muders der Abschlussball mit Siegerehrung.

Den Pokal errang der Polizeisportverein Bonn im Endspiel gegen den VfL Poppeldorf. Der mehrmalige Deutsche Kunstradmeister Edi Grommes aus Bonn erfreute die Anwesenden mit einigen Darbietungen.

Es war ein wohlgelungenes Fest der Freude und alle Mühe, Sorgen und Arbeit der Verantwortlichen in den letzten Wochen und Monaten waren vergessen.

Auch heute gelten die Worte des damaligen Handballobmannes Hanno Schatz:

"Seid nicht kleinlich und schaut auf das, was geschaffen worden ist und helft mit, dass es beim nächsten Male noch besser und schöner wird, zum Wohle und Ansporn für unsere Jugend."

 

Da die Zahl der Mitglieder laufend stieg und mittlerweile 4 aktive Handballmannschaften und 2 Turnerriegen bestanden, begann der damalige Geschäftsführer Josef Schumacher schon einige Wochen nach dem Stiftungsfest, Verhandlungen mit der Gemeinde Beuel, dem Regierungspräsidenten und dem Deutschen Sportbund. Es ging erneut um die Gestaltung eines neuen und größeren Sport-platzes, da beim besten Willen der Spielbetrieb im "Loch" an der Bahn nicht mehr durchgeführt werden konnte. Durch zähe Verhandlungen des Geschäftsführers Josef Schumacher und des Vorsitzenden Jakob Maagh, aber auch durch die immer wieder erscheinenden und aufrüttelnden Berichte in der Presse durch Hanno Schatz, brachten dann Anfang 1951 den ersten Erfolg.

Am Grünen Weg stellte die Gemeinde Beuel dem Verein ein günstiges Gelände zur Verfügung. Von den Spielern und Inaktiven wurde in wochen- und monatelanger Arbeit mit großem Idealismus Abend für Abend gearbeitet, um das Sportgelände herzurichten. Eine große Hilfe erhielt der Verein hierbei durch den Geislarer Landwirt Johann Heinrich Schütz und Jugendwart des Vereins, Paul Krieger, die kostenlos durch Arbeit sowie Gestellung von Pferden und Geräten großen Anteil am Gelingen dieser Arbeit hatten.

Am 14. Oktober 1951 war es dann soweit. Handballer, Turner, die Bevölkerung und viele befreundete Vereine hatten sich zur Einweihung des Platzes eingefunden. Nach der Einsegnung durch Pfarrer Dr.Dr. Molitor wurde mit Handballspielen der 5 Mann-schaften die Einweihung begangen und mit einem großen Festball im Saale Muders- Schumacher und großer Beteiligung der Bevölkerung zum Abschluss gebracht.

 

Jetzt konnte endlich auch ein geregelter Spiel- und Trainingsbetrieb stattfinden. Bereits sechs Mannschaften meldete der TV Geislar und stand damit zahlenmäßig an der Spitze des Kreises Bonn.

1957 schlossen die älteren aktiven Spieler sich in einer Alt-herrenmannschaft zusammen, um mit befreundeten Vereinen Freundschaftsspiele auszutragen und um auch an Alterherrenturnieren teilzunehmen.

Inzwischen hatte man mit der ehemaligen Stadt Beuel Verhand-lungen begonnen, um auf dem neuen Sportplatz Dusch- und Umkleidekabinen zu bauen.

Seit 1962 wurde an zwei Tagen im August auf dem Sportplatz ein Großfeld-Handball-Turnier ausgetragen. Ab 1965 wurde das Turnier im Gedenken an Hans Preute (ein mit 23 Jahren viel zu früh verstorbenes, talentiertes Geislarer Handballtalent) als "Hans Preute Turnier" ausgetragen. Aus diesem Turnier entwickelte sich dann die über die Stadtgrenzen hinaus bekannte "Geislarer Sportwoche".

Aber die Zeit blieb nicht stehen. Der Spielbetrieb ging weiter. Die zurückgestellten Verhandlungen mit der Stadt Beuel bezüglich des Baues von Umkleidekabinen konnten endlich erfolgreich abgeschlossen werden. Mitte 1965 wurde der Startschuss zum Beginn der Arbeiten gegeben. 1966 konnten dann zur großen Freude des Turnvereins die neuen Dusch- und Umkleidekabinen ihrer Bestimmung übergeben werden.

Die Spielstärke unserer A-Jugend wurde über den Handbal-verband Mittelrhein hinaus bekannt, so dass jährlich Einladungen zu hervorragend besetzten Turnier um den, "Steinernen Handball" in Mayen erfolgten. Nach einem 3. bzw. 4. Platz konnte 1963 erstmalig und bisher einmal der Turniersieg und somit der "Steinerne Jugendhandball" mit nach Geislar genommen werden. Väter dieses Erfolges waren der damalige Jugendleiter Klaus Waffenschmidt und der Trainer Peter Kraus.

1970 hielt die Emanzipation Einzug im TV Geislar. Erstmalig konnte eine Damenmannschaft zur Handballmeisterschaft angemeldet werden.

1971 erreichte die 1. Mannschaft den Aufstieg in die Feldhandball-Landesliga. Dieser Erfolg war nicht zuletzt auf die erfolgreiche Arbeit unseres beliebten Trainers Josef Schneider zurückzuführen. Aufgrund von nachlassendem Interesse am Feldhandball wurde nach 1973 auch auf Kreisebene festgelegt, dass in Zukunft kein Feldhandball mehr ausgetragen werden soll, somit war unserem Verein das Feldhandballspiel genommen.

Aber auch die Förderung des Breitensports stand beim Turn-verein Geislar immer vorne an. Zum Beweis hierfür sei nachfolgend die sportliche Palette aufgeführt. 1975 spielten: Drei aktive Seniorenmannschaften, eine Altherrenmannschaft, eine Frauen-mannschaft, eine Mädchenmannschaft und vier Jugendmann-schaften. Außerdem wurden in der am 01.06.1973 neu gegründeten Turnabteilung eine Damengymnastikgruppe für jüngere - und eine Damengymnastikgruppe für ältere Mitglieder betreut.

Durch Ausbildung von Mitgliedern zu Übungsleitern bzw. Übungsleiterinnen war es allwöchentlich möglich, damals 200 Aktive sportlich zu beschäftigen.

Um den Breitensport weiter auszubauen und um auch ausscheidenden aktiven Sportlern weiterhin die Möglichkeit zu erhalten, fit zu bleiben, sind von der Vereinsführung Verhand-lungen mit der Stadt Bonn aufgenommen worden, um geeignetes Gelände zum Bau von drei Tennisplätzen anzupachten. Doch dazu später.

Im Verein wurde immer großer Wert auf das Gesellschaftsleben gelegt. Inaktive und aktive Mitglieder wollen auch gesellschaftlich zusammenkommen. Veranstaltungen, die der Geselligkeit dienten, waren bei allen sehr beliebt (Die Kappensitzungen des TV Geislar, zum Beispiel, werden wohl immer unvergessen bleiben). Das zeigten die immer gut besuchten Veranstaltungen.

Die siebziger Jahre waren dann die großen Jahre der Veränderung. In diese Zeit fallen die Gründungen der Turnabteilung, der Tischtennisabteilung und der Tennisabteilung. Mit dem Handballsport alleine konnte der Verein zwar gut leben, aber die Aktivitäten sollten auf ein breiteres Fundament gestellt werden.

Den Reigen der Abteilungsneugründungen eröffnete am 01. Juni 1973 die Abteilung Turnen. Begonnen wurde mit einer Damen-gymnastikgruppe unter der Leitung von Hedi Nöthen. In 1974 konnte Gerda Behr als Übungsleiterin für das Kinderturnen gewonnen werden. Die Übungsstunden fanden immer in der Sporthalle der Anne Frank Hauptschule in Vilich statt. Später wurde das Angebot dann noch um "Mutter und Kindturnen" und um eine gemischte Senioren-Gymnastikgruppe erweitert.

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